Tollwütige Faktenfüchse

Die Presse ist immer weniger die „Vierte Kraft im Staat“ und immer mehr Hofberichterstatterin und wird damit zur Demokratiebestatterin

Ich habe in vielen meiner Blogs zur Corona-Zeit immer wieder gefragt: Wo bleiben die investigativen Journalisten? Wo ist die kritische Presse? Bis auf wenige Ausnahmen habe ich wenig kritische Berichterstattung über die offizielle Corona-Politik, die „Maßnahmen“, das Bedürfnis des Staates, alle mit Impfungen zwangszubeglücken, und verwandte Themen wahrgenommen. Die Presse hat fast immer ins gleiche Horn geblasen wie die offiziellen Verlautbarungen von Regierung und ihren Ämtern, RKI und PEI. Ich habe in meiner Interviewstudie, die ich vorläufig nur in meinem Corona-Roman „Verschachtelte Wahrheit“ ausgewertet habe, auch einige Pressefachleute befragt, warum das so ist. Die Antworten waren vielschichtig, aber ein wichtiges Element zieht sich durch:

Die Schere im Kopf. Es mag auch manchmal offizielle Durchgaben von oben gegeben haben, die den Leuten in der Redaktion sagen, wo’s langgeht. Aber viel wichtiger ist die „gefühlte Wahrheit“, das, was die meisten Leute als das „Richtige“ sehen, das, was politisch korrekt ist, was man den Leuten beibringen muss. Nicht mehr das, was tatsächlich der Fall ist, zählt, wie es ein früherer „Spiegel“-Leitsatz ausdrückte, sondern dass man die richtige Haltung zeigt. Und die richtige Haltung ist die Haltung derer, die man als fortschrittlich, liberal, links, eben als die Mehrheit wahrnimmt, und ist zufälligerweise auch die Haltung der Mächtigen. Wenn man es dieser Mehrheitsmeinung nicht recht macht, läuft man als normaler Reporter oder Redakteur Gefahr, nicht mehr ernst genommen zu werden, keine Aufträge mehr zu kriegen, ja vielleicht sogar seinen Vertrag zu verlieren. Das Prekariat der kurzen Verträge, der freiberuflichen Mitarbeit, die jederzeit kündbar ist, hat in der Medienbranche, so sagten mir meine Informanten, weitgehend die früher häufigeren Stellen der unkündbaren und daher auch meinungsfesten Redakteure und Chefreporter ersetzt.

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Helfen Sie mit bei der Neufassung des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks – Ein Aufruf

Ich habe aus Überzeugung das Manifest zur Erneuerung des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks (https://meinungsvielfalt.jetzt/) unterzeichnet.

Die Akteure haben nun eine Abstimmung lanciert (https://abstimmung21-mitmachen.de/proposals/270-erneuerung-des-offentlich-rechtlichen-rundfunks).

Wenn die Initiative für eine Erneuerung des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks unter die drei ersten Vorschläge kommt, dann hat sie eine echte Chance ernst genommen zu werden.

2000 Stimmen fehlen noch bis Sonntag. Ich rufe daher dazu auf, diese Initiative zu unterstützen. Man muss sich auf der Webseite anmelden und kann dann abstimmen.

Hier ist ein Informationsvideo:

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Das „Schwarzbuch Wikipedia“ ist da

Quelle https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Wikipedia-logo_(inverse).png

Ich weise gerne auf das neue „Schwarzbuch Wikipedia“ hin [1]. Es ist eine neue Publikation, die der Augsburger Biographieforscher Andreas Mäckler herausgegeben hat. Anstoß dazu war ihm seine eigene Mobbingerfahrung in Wikipedia.

Er hatte dort aufgrund seiner Dissertation einen Artikel platziert und wurde dann von einem offensichtlich unerfahrenen und in der Sache inkompetenten Editor gemobbt; am Ende verbreitete dieser sogar Lügen über ihn, er sei Neonazi, etc. Ein Gerichtsverfahren stellte klar, dass dies Verleumdung war. Das ging in diesem Fall einfach, weil sich der Administrator sogar mit Namen zu erkennen gegeben hatte. Das ist aber eher die Ausnahme.

Durch diese Erfahrung wurde für Andreas Mäckler klar, dass in der Online-Enzyklopädie nicht nur globale Zusammenarbeit herrscht, sondern auch Abgründe lauern. Diesen Abgründen spürt dieser Band nach.

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